Seniorenwegweiser 2019

48 2.14 Die Nachlassregelung An die letzten Dinge möchten viele zu Lebzeiten noch nicht denken – mit fatalen Konsequenzen: Nicht nur bei einem plötzlichen Tod stehen die Hinterbliebe- nen häufig vor dem Rätsel, was mit dem Erbe zu ge- schehen hat. Frühzeitige Regelungen könnten Ver- wirrungen und Streitigkeiten verhindern, wenn sie den gesetzlichen Regelungen genügen. Obwohl das Erbrecht, das im Bürgerlichen Gesetz- buch (BGB) geregelt ist, für den Laien kompliziert erscheint, gibt es ein paar einfache Grundsätze. So erben Kinder und Ehepartner immer, denn sie ha- ben Pflichtteilsansprüche. Auch der testamentari- sche Alleinerbe muss diesen Pflichten nachkommen. Eine häufig gestellte Frage: Wie hat ein Testament auszusehen, damit es Gültigkeit erlangt? Zunächst gibt es das privatschriftliche oder hand- schriftliche Testament. Es muss tatsächlich vom Erblasser persönlich und handschriftlich verfasst und unterzeichnet sein. Der Wille muss klar und un- missverständlich ausgedrückt werden. Wichtig ist die Nennung der Erben und die Verteilung des Er- bes. Auch Ort und Zeitpunkt des Verfassens sollten enthalten sein, für die Gültigkeit ist dies jedoch nicht zwingend notwendig. Damit könnten bei Vorliegen mehrerer Testamente aber Missverständnisse ver- mieden werden. Laut Stiftung Warentest sind über 90% aller hand- schriftlichen Testamente fehlerhaft. Zahlreiche Irr- tümer im Erbrecht sind Ursache für die fehlerhaf- ten Testamente. Mehrere Möglichkeiten der Gestaltung Ehepaare können in einem sogenannten gemein- schaftlichen Testament ihren letzten Willen hand- schriftlich bekunden, auch hier sind die Unterschrif- ten der Erblasser erforderlich. Die Alternative ist ein von einemNotar beurkundetes Testament oder aber ein Erbvertrag. Grundsätzlich lässt sich das Testament jederzeit aufheben oder erneuern und abändern. Ist aber ein gemeinschaftliches Testament mit dem Ehepartner errichtet worden, kann man sich nur eingeschränkt davon lösen. Noch mehr Bindungswirkung entfaltet der Erbvertrag. Hier können auch die gesetzlichen Erben mit einbezogen werden, die eventuell auf ihre Erbteile oder sogar auf ihre Pflichtteile ganz oder teilweise wirksam verzichten. Unser Tipp! Lassen Sie sich durch einen Rechtsanwalt oder Notar beraten. Besonders bei Immobilienbesitz ist eine fachgerechte Beratung zu empfehlen. Rechtssicherheit zahlt sich aus! Information i

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