Seniorenwegweiser 2022

5. Finanzielle Hilfen 95 Pflegehilfsmittel Kosten für zum Verbrauch bestimmter Hilfsmittel (z.B. Einmalhandschuhe, Desinfektionsmittel und Betteinlagen) übernimmt die Pflegekasse bis zur Höhe von 40 Euro im Monat. Technische Hilfsmittel, wie z.B. Pflegebetten oder Pflegerollstühle, werden vorrangig leihweise zur Verfügung gestellt. Für die Anschaffung technischer Hilfsmittel ist eine Zuzahlung von 10%, maximal jedoch 25 Euro zu leisten. Kosten für ärztlich verordnete Rollstühle oder Gehhilfenwerden von den Krankenkassen getragen. Maßnahmen zur Wohnumfeldverbesserung Pflege zu Hause erfordert häufig eine Anpassung der Wohnung an die neue Situation. ZumBeispiel können breitere Türen für das Durchkommen mit dem Rollstuhl notwendigwerden. Oft ist auch die Badewanne für Menschenmit Bewegungseinschränkungen nicht mehr zu nutzen, sodass der Einbau einer behindertengerechten Dusche erforderlich wird. Für diese sogenannten „Verbesserungen des Wohnumfeldes“ gewährt die Pflegekasse – auf Antrag – einen Zuschuss von bis zu 4.000 Euro je Maßnahme. Leben mehrere Pflegebedürftige in einer Wohnung (z.B. in einer Wohngruppe) können bis zu 4.000 Euro je Person gewährt werden, insgesamt jedoch maximal 16.000 Euro. Voraussetzung, dass die Einstufung in einen Pflegegrad (PG 1 bis 5) vorliegt. Zudem muss der Umbau die Pflege ermöglichen, erheblich erleichtern oder eine möglichst selbstständige Lebensführung wiederherstellen. Zusätzliche Leistungen für Pflegebedürftige in ambulant betreuten Wohngruppen Pflegebedürftige der Pflegegrade 1 bis 5 in ambulant betreuten Wohngruppen können einen pauschalen Wohngruppenzuschlag in Höhe von monatlich 214 Euro erhalten. Voraussetzung für den Erhalt des Zuschlags ist unter anderem, dassmindestens drei und höchstens zwölf Personen zum Zweck der gemeinschaftlich organisierten pflegerischen Versorgung in der Wohngruppe zusammenleben, von denenmindestens drei pflegebedürftig sind. Außerdemmüssenmindestens drei Mitglieder der Wohngruppe gemeinschaftlich eine sogenannte “Präsenzkraft” beauftragen. Diese Person kümmert sich unabhängig von der individuellen pflegerischen Versorgung umallgemeine organisatorische, verwaltende, betreuende oder das Gemeinschaftsleben fördernde Tätigkeiten. Sie unterstützt dieWohngruppenmitglieder zudem imHaushalt. Anspruch auf den Zuschlag hat jede in der Wohngruppe lebende pflegebedürftige Person. Für die Gründung einer ambulant betreuten Wohngruppe sieht die Pflegeversicherung eine Anschubfinanzierung vor. Der Höchstbetrag beträgt 2.500 Euro pro pflegebedürftiger Person, maximal jedoch 10.000 Euro pro Wohngruppe.

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