Seniorenwegweiser 2019

86 5.1 Leistungen der Pflegeversicherung Grundsätzlich berät bei allen Fragen zum Thema Pflege der Pflegestützpunkt im Kreis Bergstraße (s. Seite 34) . Um Leistungen der Pflegeversicherung zu erhalten, muss zunächst ein Antrag bei der zu- ständigen Pflegekasse gestellt werden. Dabei gilt Pflegekasse ist gleich Krankenkasse. Den Antrag können auch bevollmächtigte Personen stellen. Die Pflegekasse beauftragt den Medizinischen Dienst der Krankenversicherung (MDK) mit der Begutach- tung zur Feststellung der Pflegebedürftigkeit. Pri- vat Versicherte stellen den Antrag bei ihrem privaten Versicherungsunternehmen, die Begutachtung er- folgt dort durch Gutachter des medizinischen Diens- tes MEDICPROOF. Insgesamt gibt es fünf Pflegegrade, in denen un- terschiedliche Leistungen gewährt werden. Zur Be- stimmung des Pflegegrades betrachtet der Gutach- ter in sechs Lebensbereichen die Selbstständigkeit des Versicherten, die über ein gewichtetes Punkte- system bewertet wird. Nach dem Gesamtpunktwert bestimmt sich der Pflegegrad. Wird das Ergebnis der Pflegegradbestimmung angezweifelt, kann durch ein kostenloses Widerspruchsverfahren eine Neuüber- prüfung durch die Pflegekasse veranlasst werden. Entsprechend dem festgestellten Pflegegrad werden unterschiedliche Leistungen gewährt. 1. Leistungen im häuslichen Bereich Pflegegeld Pflegebedürftige, die privat von Angehörigen oder Freunden – also nicht von einem professionellen Pflegedienst – gepflegt werden, erhalten Pflege- geld. Die Höhe des monatlichen Pflegegeldes rich- tet sich nach dem festgestellten Pflegegrad (2 bis 5). Die Beträge können Sie der Tabelle auf Seite 87 entnehmen. Pflegesachleistungen Wer pflegebedürftig ist und weiterhin zu Hause lebt, kann für die Pflege einen anerkannten Pflegedienst engagieren (Anbieter siehe ab Seite 62) und er- hält dann die sogenannte „Pflegesachleistung“. Das heißt, der Pflegedienst rechnet seine Einsätze bis zu bestimmten Höchstsätzen direkt mit der Pflegever- sicherung ab. Die monatlichen Höchstbeträge kön- nen Sie der Tabelle auf Seite 87 entnehmen. Pflegebedürftig ist, wer körperliche, geisti- ge (Wahrnehmung, Denken), psychische oder gesundheitliche Belastungen nicht selbstän- dig ausgleichen kann. Die Einschränkungen müssen dauerhaft, voraussichtlich für min- destens sechs Monate bestehen. Information i →

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